Maibaum in Oberviechtach

Es ist kein Dörfchen so klein, ein Maibaum muss sein!

 

So hieß und heißt es im Bayerischen.

Und je höher der Baum war, desto stolzer waren die Burschen des Dorfes. Er diente mit seinen Sinnzeichen an der Spitze zugleich auch als Ortsweiser. Einen Maibaum kann aber kein Einzelner alleine aufstellen. Das gelingt nur in einer Gemeinschaft und daher ist er auch ein Zeichen von Einigkeit und der gegenseitigen Hilfe.

 

Der uralte Brauch des Maibaumaufstellens reicht bis in die Zeit der Römer und Germanen zurück und wird noch in vielen Dörfern und Gemeinden des Oberviechtacher Landes gepflegt. Er ist ein Symbol für das erwachende Leben in der Natur nach der langen Winterzeit.

 

Auch in Oberviechtach ziert ein solcher Baum den Marktplatz und verleiht ihm mit seinem reichen Figurenschmuck ein prächtiges Aussehen. Er zählt zu den schönsten Maibäumen Bayerns und ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Von vielen Besuchern wird er bewundert.

 

In seiner jetzigen Form wurde er erstmals im Mai 1968 aufgestellt. Er ist ein Geschenk der Soldaten der Grenzlandkaserne an die Bevölkerung. Davon zeugen auch die beiden Wappen an der Spitze des Baumes (Wappen der Stadt und des PzGrenBtl 122).

 

Der mächtige Stamm ist in den weiß-blauen Farben Bayerns spiralförmig bemalt. An 10 „Ästen" sind 55 Figuren angebracht und beschreiben folgende Darstellungen aus der historischen Bedeutung Oberviechtachs an der alten Prager Handelsstraße als Verbindung zwischen Bayern und Böhmen:

 

- bäuerliches Arbeiten und Feiern

- Jahrmarkt

- Wirtshaustreiben

- verschiedene Handwerke

- Fuhrleute auf der Durchreise

 

Den Abschluss bildet ein großer grüner Kranz, auf dem in origineller Weise ein fürstlicher Hochzeitszug auf „Haus Murach"  dargestellt ist und den Maibaum in einzigartiger Weise belebt. Er weist auf die enge Verbundenheit Oberviechtachs mit der Geschichte der Burg „Haus Murach" hin.

 

Der Initiator des Oberviechtacher Maibaums, Oberstleutnant Czizek (ehem. Kommandeur PzGrenBtl 122), sagte:

„So lange Menschen sich aufgerufen fühlen, diesen Brauch mit Leben zu erfüllen, wird er fortbestehen."