Pater Gregor Adam Zahlwein

Dieser anerkannte Hochschulprofessor und Wissenschaftler kam nach langer Vergessenheit erst Ende der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts in seinem Geburtsort wieder zu Ehren. Die Stadt hat ihm an der Bezirksamtstraße ein schönes Denkmal gesetzt: Eine Relieftafel aus Bronze zeigt ihn vor einem gefüllten Hörsaal als Lehrer des Kirchenrechts.

 

Am 20. Oktober 1712 erblickte Georg Adam Zahlwein in Oberviechtach das Licht der Welt. Seine ersten Studien machte er – mit ausgezeichnetem Erfolg – in Regensburg. Als er auf eine ungerechte Anklage hin weder Gehör noch Entschuldigung finden konnte, begab er sich nach Freising und widmete sich dort der Poesie, Rhetorik und Philosophie. Am 15. November 1733 trat er als Novize in das Benediktinerkloster Wessobrunn ein. Er legte die Ordensgelübde ab und erhielt den Namen "Gregor". In seinem Kloster hörte er noch die Theologie, zum Studium der Jurisprudenz ging er an die Universität Salzburg, wo er am 9. April 1739 seine erste juristische Prüfung bestand. Am 27. Oktober 1737 hatte er seine Primiz gefeiert. Nach Abschluß seiner Studien kehrte Zahlwein nach Wessobrunn zurück. Hier wurde er zunächst zum Novizenmeister, der die Ausbildung der jungen Kleriker leitete, ernannt und dann zum Lektor für Theologie. Von 1744 bis 1745 hatte er das Amt des Priors, d. h. des Stellvertreters des Abtes, inne.

 

Im Jahr 1745 berief ihn der Fürstbischof von Gurk aufgrund seiner Lehrbefähigung zum Leiter des neugegründeten Priesterseminars für seine Diözese Straßburg in Kärnten. Für Zahlwein begann nun die ernste wissenschaftliche Lehrtätigkeit. Er lehrte zwar auch Theologie, vorwiegend aber Kirchengeschichte und Kirchenrecht.

 

Vier Jahre später folgte er dem Ruf des Fürsterzbischofs von Salzburg, an der Universität das Kirchenrecht zu lehren. Hier promovierte er auch zum Doktor beider Rechte.

 

Seinen Fähigkeiten und Leistungen entsprach die glänzende Laufbahn an der Salzburger Hochschule. Er wurde schnell Dekan seiner Fakultät und am 2. April 1759 Rektor der Universität. In dieser Eigenschaft bemühte er sich, das Studium zu intensivieren und qualitativ zu verbessern. Welches Ansehen Zahlwein in diesem Amt, das er bis zu seinem Tod am 6. August 1766 bekleidete, genoß, zeigt seine Ernennung zum "wirklich geheimen Rat". Aber nicht nur als Hochschullehrer, sondern auch als Wissenschaftler war der Professor aus Oberviechtach anerkannt und gesucht. Unter seinen zahlreichen Schriften bildeten seine kirchenrechtlchen Werke den Schwerpunkt. Seine große vierbändige Abhandlung über die "Grundlagen des allgemeinen und besonderen deutschen Kirchenrechts" erschien 1761 in erster und 1781 in zweiter Auflage und war lange Zeit das maßgebliche Werk über Kirchenrecht.